WOLFRAM - Metall der Superlative

Wolfram (W) zählt mit der Ordnungszahl 74 zu den sogenannten Übergangsmetallen. Bei Zimmertemperatur besitzt das gräulich glänzende Metall einen festen Aggregatzustand. Als reines Metall ist Wolfram das chemische Element mit dem höchsten Schmelzpunkt. Neben einer sehr hohen Dichte besitzt Wolfram weiterhin die geringste Wärmeausdehnung und den geringsten Dampfdruck aller Metalle.

 
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Wolfram-Metallpulver

Eigenschaften von Wolfram

Wolfram zeichnet sich durch besondere chemische und physikalische Eigenschaften aus:

  • Hitzebeständigkeit: Wolfram besitzt nach Kohlenstoff den zweithöchsten Schmelzpunkt von 3422 °C. Sein Siedepunkt liegt bei etwa 5.700°C. Mit dieser Eigenschaft hält das Metall höchsten Temperaturen und Schmelzungen stand und weist nebenbei eine sehr geringe Wärmeausdehnung auf

  • Widerstandsfähigkeit: Für den Einsatz von Wolfram spricht außerdem die hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Säuren. Selbst Fluorwasserstoffsäure und Königswasser greifen Wolfram bei Zimmertemperatur kaum an

  • Dichte: Mit 19,3 g/cm³ ist die Dichte von Wolfram in reinem Zustand fast so hoch wie die von Gold

Einsatzgebiete

Dank seiner Eigenschaften ist Wolfram in vielen Schlüsselindustrien unverzichtbar:
  • Die bedeutendste Verwendung von Wolfram erfolgt in Form von Wolframcarbid. Die außergewöhnlich hohe Härte und Widerstandsfähigkeit von Wolframcarbid machen es zum Material der Wahl für Bohr- und Schneidwerkzeuge, die selbst extremsten Belastungen standhalten

  • Aufgrund der hohen Dichte von Wolfram werden Bauteile aus Wolfram und Wolframlegierungen unter anderem als Ausgleichsgewichte in Flugzeugen und Helikoptern eingesetzt

  • In medizinischen Mess- und Röntgengeräten dient Wolfram als Bleiersatz zur Strahlenabschirmung

  • In der Elektroindustrie spielen Wolfram-Kupfer-Verbundwerkstoffe eine wesentliche Rolle als Hochleistungsschaltkontakte oder Schalt-Elektroden

  • Wolfram-Chemikalien wie z. B. Wolframate sind essenzieller Bestandteil in Katalysatoren für die Erdölaufbereitung.

Geschichte

Wolfram wurde das erste Mal im Mittelalter bei der Zinnreduktion im Erzgebirge entdeckt. Vorerst galt es als unangenehmes Begleitelement. Im 16. Jahrhundert fiel Georgius Agricola auf, dass bestimmte Erze in der Lage sind, Zinnerze so zu verschlacken, dass sich aus ihnen kein Zinn mehr gewinnen lässt. Auf Grund dessen bezeichnete der deutsche Wissenschaftler diese Erze als "lupi spumen" (lat. Wolfsspucke). Später entstand daraus die Bezeichnung Wolframit. 1783 gelang zwei Schülern des deutsch-schwedischen Chemiker Carl Wilhelm Scheele die Darstellung sehr unreinen Wolframmetalls durch Reduktion des Oxids mit Kohlenstoff. Die beiden Brüder, Fausto und Juan José Elhuyar, gelten heute als die eigentlichen Entdecker des Wolframs. Chemisch rein wurde Wolfram erst einige Jahre später durch Reduktion des Oxids mit Wasserstoff unter Wärmezufuhr hergestellt.

Vorkommen

Die Vorkommen von Wolfram sind in der Erdkruste sehr gering und liegen bei etwa 0,0064 Gewichtsprozent. Die wichtigsten Wolframerze sind Wolframit und Scheelit. Der weltweit größte Wolframförderer ist mit Abstand China, welches auch über die größten Lagerstätten verfügt. Neben China sind Russland und Kanada bedeutende Förderländer.

Wolframverarbeitung seit 1889

H.C. Starck besitzt mehr als 120 Jahre Erfahrung in der Wolframherstellung, denn bereits seit 1889 verarbeiten wir Wolfram industriell. Diese langjährige und einzigartige anwendungstechnische Kompetenz zur Herstellung maßgeschneiderter Wolframprodukte stellen wir in den Dienst unserer Kunden, indem wir spezielle Kundenvorgaben hinsichtlich Partikelgröße, Oberfläche, Körnung, Konsistenz oder Bauteilbeschaffenheit exakt erfüllen.

Dabei steht der Name H.C. Starck für konstant hohe Produktqualität, anwendungstechnisches Knowhow, Kundenorientierung und hohe Materialverfügbarkeit. Mit modernen Anlagen und Verfahren produziert H.C. Starck ein breit gefächertes Wolfram-Produktportfolio spezieller Wolframpulver und Wolfram Bauteile, die auf fast jede kundenspezifische Aufgabenstellung genau zugeschnitten werden können. Für weitere Informationen, wählen Sie unten das gewünschte Produkt.

Gesicherte Rohstoffversorgung

Im Sinne einer gesicherten und nachhaltigen Rohstoffversorgung setzen wir in unserem Produktionsprozess vor allem auf den Einsatz von Sekundärrohstoffen. Im Recycling von Wolfram sind wir weltweit führend: Dank innovativer Wolfram-Recycling-Prozesse sind wir in der Lage, aus nahezu allen Wolfram-Schrotten sowie wolframhaltigen Produktionsrückständen reines Wolfram zurückzugewinnen. Nach dem „Closed-Loop“-Prinzip lassen sich so gut wie alle unsere Produkte und Verbindungen nach ihrer Nutzung wieder recyceln.

Neben Sekundärrohstoffen setzen wir auch Primärrohstoffe in unserer Produktion ein. Wir arbeiten nach strengen Einkaufsrichtlinien, die sicherstellen, dass unsere Rohstoffe von Lieferanten stammen, die strenge Anforderungen an Umweltschutz, Arbeitssicherheit und soziale Verantwortung einhalten. Ein wichtiger Baustein für die Versorgung mit Primärrohstoffen stellt in Zukunft unser Joint-Venture mit der vietnamesischen Nui Phao Mining dar: Das Joint-Venture sichert unabhängig von politischen und rechtlichen Einschränkungen langfristig die Versorgung mit Primärrohstoffen.